Wie ermittelt die Kfz-Haftpflichtversicherung den Versicherungsbeitrag?

Für viele Autofahrer ist die Beitragsermittlung der Versicherer ein Buch mit sieben Siegel. In der Tat spielen verschiedene Kriterien eine Rolle. Grundsätzlich ist jedes Automodell in Deutschland einer Typenklasse zugeordnet. Die Zuordnung erfolgt durch die Versicherer und berücksichtigt bestimmte Erfahrungswerte. Welches Automodell wird zum Beispiel besonders häufig gestohlen? Gibt es Fahrzeuge, die öfters als andere in Unfälle verwickelt sind. Zur Ermittlung der Werte wird die jährliche Schadensstatistik verwendet. Die Einteilung in der Haftpflichtversicherung erfolgt in die Typenklassen zehn bis 25, während die Teilkaskoversicherung die Klassen zehn bis 33 kennt und die Vollkaskoversicherung in Typenklassen von zehn bis 34 bemessen ist. Für den Versicherten gilt: Je höher die Typenklasse für sein Kraftfahrzeug ist, desto höher ist der Beitrag, den er zahlen muss.

 

Kfz-Versicherung und Wohnort

Neben der Typenklasse kennen die Versicherer auch eine Regionalklasse, die ebenfalls ein Faktor bei der Beitragsermittlung darstellt. Ermittelt wird die Regionalklasse vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der Verband stützt sich dabei auf die Unfallhäufigkeit in einer Region. Ebenso werden das Fahrverhalten sowie die Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und die vorherrschenden Straßen- und Witterungsverhältnisse eines Gebietes berücksichtigt. Aus diesen statistischen Zahlen ergeben sich die Regionalklassen, von denen für die Haftpflicht zwölf existieren. Bei der Teilkasko gibt es 16 und für die Vollkasko neun Regionalklassen. Auch hier verhält es sich wie bei den Typenklassen: Je niedriger die Regionalklasse ist, umso günstiger ist der Beitrag für den Versicherten. Wer im Osten Deutschlands wohnt, kommt dabei besser weg als jemand, der in Süddeutschland beheimatet ist, denn im Süden der Republik fällt die Schadensbilanz schlechter aus. Entsprechend niedriger wird der Versicherungsbeitrag angesetzt.

 

Die zehn teuersten Regionen für Kfz-Haftpflichtversicherungsnehmer!

  1. Augsburg (Bayern)
  2. Wiesbaden (Hessen)
  3. Kaufbeuren (Bayern)
  4. Nürnberg (Bayern)
  5. Berlin (Berlin)
  6. Offenbach (Hessen)
  7. Hamburg (Hansestadt Hamburg)
  8. Völkingen (Saarland)
  9. Kempten / Allgäu (Bayern)
  10. München (Bayern)

 Die zehn günstigsten Regionen!

  1. Oberspreewald-Lausitz (Brandenburg)
  2. Prignitz (Brandenburg)
  3. Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen)
  4. Ostprignitz-Ruppin (Brandenburg)
  5. Elbe-Elster (Brandenburg)
  6. Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern)
  7. Nordwestmecklenburg (Mecklenburg-Vorpommern)
  8. Uckermark (Brandenburg)
  9. Emden (Niedersachsen)
  10. Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern)

Siehe auch:
>> Regionalstatistik

 

Sparen mit der Schadenfreiheitsklasse

Die Schadenfreiheitsklasse, im Jargon der Versicherer SF-Klasse genannt, beeinflusst ebenfalls die Beitragshöhe der Versicherung. Wer hier mit einer hohen Zahl eingestuft wird, darf sich freuen, denn das ist ein Zeichen dafür, dass er lange Zeit schadenfrei unterwegs war. Jedes Jahr ohne Schaden wird von dem Versicherer mit einem Rabatt belohnt. Wer mit Umsicht sein Fahrzeug lenkt und das nötige Glück hat, der erhält einen entsprechend hohen Schadenfreiheitsrabatt. Wenn die Versicherung wegen eines Unfalls zahlen muss, erfolgt im nächsten Kalenderjahr automatisch die Rückstufung in eine niedrigere SF-Klasse. Fahranfängern werden von vornherein niedrig eingestuft. Das lässt sich umgehen, wenn die Führerscheinneulinge ihr Fahrzeug beim aktuellen Tarif der Eltern als Zweitwagen versichern lassen.

 

Die weichen Faktoren beim Versicherungsbeitrag

Die sogenannten weichen Faktoren sind bei der Beitragsermittlung ebenfalls ausschlaggebend. Diese Kriterien werden von den Versicherungen selbst bestimmt und reichen vom Lebensalter des Fahrers bis zur jährlichen Fahrleistung. Wer über 23 Jahren alt ist, kommt besser weg als jüngere Fahrer. Wenigfahrer werden ebenso belohnt wie alle, die eine Garage für ihr Auto nachweisen können. Bei einer Voll- oder Teilkaskoversicherung kann außerdem Geld gespart werden, wenn der Autofahrer sich zu einer Selbstbeteiligung entschließt. Je höher der Betrag ist, der im Schadensfall aus eigener Tasche gezahlt wird, umso niedriger fällt der Versicherungsbetrag aus. Wenn der Versicherer mit dem Eigenanteil den Schaden komplett ausgleichen kann, behält er sogar seinen Schadenfreiheitsrabatt.

 

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