Reisegepäckversicherung

Reisegepäckversicherung für Autoreisen Luxus oder Notwendigkeit?

Reisegepaeckversicherung2014 kamen auf Flügen weltweit 24,1 Millionen Gepäckstücke abhanden. Anders ausgedrückt verschwanden 7,3 Koffer je 1000 Passagiere spurlos. Während aber für diese Verluste in der Regel die Fluggesellschaften aufkommen und bis zu 1.400 Euro als Schadenersatz leisten, zahlen Reedereien bei Diebstahl generell nichts. Und Busunternehmer zücken ausschließlich die Geldbörse, wenn sie nachweislich grob fahrlässig gehandelt haben. Insofern sind Schiffs- und Busreisende in der Tat gut beraten, sich um eine Reisegepäckversicherung umzutun. Doch ist dieser Reiseschutz auch für jene angezeigt, die mit dem eigenen Auto unterwegs sind?

 

Was ist versicherbar?

Gegenstand der Reisegepäck-Versicherung sind sämtliche Sachen des persönlichen Reisebedarfs, die der Versicherte mitführt, am Körper trägt oder in seinen Klamotten verstaut hat. Nicht versichert sind mithin Dinge, die vornehmlich beruflichen Zwecken dienen. Dafür sind Andenken, Geschenke und Mitbringsel, die auf der Reise gekauft werden, gegen Beschädigung, Verlust und Diebstahl abgesichert.

Der Kostenersatz für die Wiederbeschaffung von Ausweispapieren ist drin, sonstige Dokumente und Urkunden sind hingegen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Unter die Ausschlüsse fallen ebenso Fahrkarten, Mobiltelefone, Laptops, Kontaktlinsen, Prothesen, Fahrräder, Hängegleiter, Segelsurfbretter, Gegenstände mit Kunst- oder Liebhaberwert sowie Land-, Luft- und Wasserfahrzeuge, sofern es sich nicht gerade um Schlauchboote handelt. Im Falle eines Diebstahls von Zahlungsmitteln ist lediglich mit einem Vorschuss zu rechnen, ersetzt werden Wertpapiere und Geld hingegen nicht.

 

Welche Leistungen sind üblich?

Generell gilt: Reisegepäckversicherungen erstatten den Zeitwert, nicht den Neuwert. Als Entschädigung winkt im Schadensfall demnach jener Betrag, der am ständigen Wohnsitz unerlässlich ist, um einen Ersatz gleicher Art und Güte käuflich erwerben zu können. Als Bemessungsgrundlage fungieren dabei Größen wie Alter, Abnutzung und Gebrauch. Bei beschädigten Sachen werden allerdings nur die Reparaturkosten bis zu einer Höhe des Zeitwerts ersetzt.

Für gestohlenes Gepäck steht nur dann Ersatz in Höhe des Zeitwerts in Aussicht, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

Der Raub erfolgt tagsüber zwischen 6:00 und 22:00 Uhr.
Der Versicherte wird während einer maximal zweistündigen Fahrtunterbrechung vom Dieb heimgesucht.
Unbeaufsichtigte Fahrzeuge oder Anhänger verwahren das Reisegepäck sorgfältig in einem fest umschlossenen und durch Verschluss gesicherten Koffer- oder Innenraum.
Das Fahrzeug oder der Anhänger befindet sich in einer abgeschlossenen Garage, einer Tiefgarage oder einem Parkhaus.

Gesetzt den Fall, dass diesen Auflagen nicht Genüge getan ist, wird regelmäßig weniger als der übliche Zeitwert als Entschädigung gezahlt. Völlig leer geht der Versicherte hingegen aus, wenn sein Gepäck beschlagnahmt wird, ein Krieg ausbricht oder gar die Kernenergie mit im Spiel ist.

 

Gibt es Alternativen?

Um es kurz zu sagen: nein. So greift weder die Teilkaskoversicherung noch die Hausratversicherung. Zur Absicherung der Gepäckstücke im Auto ist mithin die Reisegepäck-Versicherung notwendig.

Die Teilkaskoversicherung ist für gewöhnlich eine private Zusatzversicherung, die zusammen mit der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung abgeschlossen wird. Versicherungsgegenstand ist das Fahrzeug, womit dem Versicherten weder ein allfälliger Diebstahl noch ein Glas-, Wild-, Marder-, Elementar- oder Feuerschaden was anhaben kann. Mit dem Gepäck hat die Teilkaskoversicherung somit nichts am Hut. Ganz im Unterschied zur Hausratversicherung. Bei den meisten Versicherern ist nämlich auch der auf Reisen mitgeführte Hausrat in den Versicherungsschutz eingebunden. Hier greift die sogenannte Außenversicherung. Die Crux ist freilich, dass a) die Gegenstände meist nicht länger als drei Monate außerhalb der eigenen vier Wände sein dürfen, b) die Versicherer in der Regel nur 10 Prozent des Schadens begleichen und c) vor allen Dingen Gegenstände im Auto außen vor bleiben.

 

Welche Modelle bietet der Markt feil?

An sich beginnt der Versicherungsschutz, sobald das versicherte Gepäck die Wohnung verlässt und auf Reisen geht. Im Umkehrschluss endet er ohne weiteres Zutun, wenn das Gepäck wieder von der Reise zurück ist. Wer allerdings ständig auf Achse ist, kann Kosten sparen, indem er auf den Einzelabschluss verzichtet und stattdessen zur Jahresreiseversicherung greift. Damit ist das Reisegepäck auf allen Reisen innerhalb eines Jahres versichert.

Der Domizilschutz ist im Unterschied dazu eine Versicherungserweiterung. Er verbürgt den Versicherungsschutz auch für Fahrten, die unmittelbar mit dem Wohnsitz in Verbindung stehen, und für jene Zeit, in der das Fahrzeug am Wohnort bleibt.

 

Wo ist ein Abschluss möglich?

Es gebietet die Vernunft, auf die Kosten zu schauen und Angebote zu vergleichen. Sinnvoll ist es, im Web auf die Suche zu gehen. Mit ein paar Mausklicks ist ein Test nach dem anderen zur Hand. Der Tarifrechner erleichtert dabei den Vergleich der Produkte und erlaubt, im Handumdrehen den Testsieger auszumachen. Wer will, kann gleich im Anschluss die Versicherung online abschließen.

So mancher Test mag zwar auch nichts Halbes und nichts Ganzes sein, das Studium der Angebote im Vorfeld der Entscheidung ist jedoch sinnvoll. Ja, genau genommen notwendig, um nicht Opfer teurer Rundum-Sorglos-Pakete zu werden, die die Reisebüros verticken. In ihrem Mix ist nicht selten neben einer Reiserücktritts- und Gepäckversicherung ebenso eine auf die Reisezeit begrenzte private Haftpflicht- und Unfallversicherung enthalten.

Ein Schnäppchen sind die Angebote der einschlägigen Automobil-Clubs auch nicht, Club-Mitgliedern ist jedoch ein Besuch auf den Websites von ÖAMTC und ADAC durchaus zu empfehlen. So ist mit dem ÖAMTC Gepäck- und Stornoschutz das Reisegepäck bis 6.000 Euro versicherbar. Der Versicherungsschutz gilt ein Jahr auf allen Reisen bis zu einer maximalen Dauer von 92 Tagen. Das Pendant von ADAC nennt sich Reiserücktritts-Versicherung und sichert im Tarif PREMIUM neben dem Reiserücktritt auch den Reiseabbruch und das Reisegepäck ab.

 

Fazit: Vielreisenden zu empfehlen

Die Gründe, warum die Reisegepäckversicherung im Allgemeinen einen schlechten Ruf genießt, sind vielfältig. Es ist nicht jedermanns Sache, unentwegt wie ein Luchs auf sein Gepäck aufzupassen oder den Koffer gar buchstäblich zwischen die Beine zu klemmen, widrigenfalls auf keinen Cent Anspruch bei Entwendung besteht. Wer jedoch unentwegt unterwegs ist und mehr Zeit auf der Straße als im Hotel verbringt, ist gut beraten, das Manko der Hausratversicherung mit einer Reisegepäckversicherung wettzumachen. ADAC-Mitglieder unter 66 Jahren sind schließlich ab 48 Euro mit von der Partie. Dieser Jahresbeitrag sollte für eine Versicherungssumme von 1000 Euro drin sein.

Foto: © stockWERK - Fotolia.com

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